Antisemitismus
Der Begriff Antisemitismus wird ab dem Jahr 2026 eine besondere Bewandtnis im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ einnehmen und ist Bestandteil der neuen, festgesetzten Grobziele der Partnerschaften für Demokratie.
Er beschreibt die systematische Verunglimpfung jüdischen Glaubens und kann in Form von Diskriminierungen, Hass, urteilsbesetzter, negativer Stigmatisierungen jüdischer Menschen oder exkludierender Zuschreibungen jüdischen Glaubens in Erscheinung treten. Oftmals werden jüdische Menschen als Verantwortliche wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Krisen angesehen und damit als Bedrohung des gesamtpolitischen Weltgeschehens diskreditiert. Dabei treten antisemitische, urteilende Zuschreibungen in sämtlichen Formen des Extremismus in Erscheinung. (vgl. Beauftragter für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus 2026; Bundeszentrale für Politische Bildung o. J.; Ministerium des Innern und für Kommunales 2025
Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)
Laut Definition der IHRA ist Antisemitismus „eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische und nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“ Die Bundesregierung ergänzt entsprechend, dass das Ziel dieser Angriffe auch der Staat Israel, deren Gemeinschaft als jüdisches Kollektiv verstanden werde, sein könne. Die Anzahl der Fälle antisemitischer Straftaten ist zwischen 2020 und 2024 von 147 auf 275 gestiegen. (vgl. Ministerium des Innern und für Kommunales 2025)
Psychosoziale Faktoren zur Entstehung von Antisemitismus
Lebensweltbezogen spielen sämtliche Faktoren eine Rolle, die sich Menschen im Rahmen ihrer Sozialisation „angeeignet“, die sie gewisser Weise erlernt haben oder die eventuell im Gesamtkollektiv erworben wurden. (in Anlehnung an Jensen 2014)
Psychologisch gesehen entwickeln sich negative Zuschreibungen interdisziplinär in verschiedenen Lernerfahrungen, in der Bewältigung innerpsychischer, destruktiver Anteile und deren Projektion auf andere. (in Anlehnung an Jensen 2014)
Weiterführende Quellen:
Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus. URL: https://www.antisemitismusbeauftragter.de/Webs/BAS/DE/bekaempfung-antisemitismus/was-ist-antisemitismus/was-ist-antisemitismus-node.html (Abfrage: 08.01.2026)
Bundeszentrale für politische Bildung (o. J.): Was heißt Antisemitismus. URL: https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/was-heisst-antisemitismus/ (Abfrage: 08.01.2026)
Jensen, U. (2014): Antisemitismus. URL: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/187414/antisemitismus-und-emotionen/ (Abfrage 08.01.2026)
Ministerium des Innern und für Kommunales (2025): Antisemitismus. Eine Information des Verfassungsschutzes über Feinde der Demokratie. URL: https://mik.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Faltblatt_09-2025_Antisemitismus_web.pdf (Abfrage: 08.01.2026)




